Der „Blaue Karfunkel“ wurde von Thomas Fröhlich, Leiter des österreichischen Stammtisches der Deutschen Sherlock Holmes Gesellschaft, überreicht. Gewürdigt wurde damit die langjährige, fundierte Forschungsarbeit des in Feldkirch lebenden Mathematikers und Autors Philipp Schöbi.
Verleihung „Blauer Karfunkel 2025“ an Philipp Schöbi
Kulturamtsleiterin Maria Simma durfte am 15. April 2026 zahlreiche Kulturinteressierte im Palais Liechtenstein begrüßen. Anlass war die Ehrung unseres langjährigen Vereinsmitglieds: Philipp Schöbi wurde von der Deutschen Sherlock Holmes Gesellschaft mit der Auszeichnung „Blauer Karfunkel 2025“ gewürdigt.
Text und Fotos Helmut Köck, April 2026
Zahlreiche Kulturinteressierte kamen ins im Palais Liechtenstein. Anlass war die Ehrung unseres langjährigen Vereinsmitglieds: Philipp Schöbi
Langjährige Forschungen
Seit vielen Jahren beschäftigt sich Philipp Schöbi intensiv mit dem Leben und Wirken von Arthur Conan Doyle (1859–1930), dem Schöpfer von Sherlock Holmes. Bekannt wurde Schöbi unter anderem als Mitherausgeber der Biografie „Rheticus – Wegbereiter der Neuzeit“. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Forschungen liegt auf Doyles Schuljahr 1875/76 am Feldkircher Jesuitengymnasium Stella Matutina. Durch akribische Recherchen konnte Schöbi zahlreiche neue Erkenntnisse gewinnen und bislang wenig beachtete Details ans Licht bringen.
Spannender Vortrag
Zu Beginn der Veranstaltung hielt Philipp Schöbi einen reich bebilderten und lebendigen Vortrag. Mit ausgewählten „Rosinen“ aus seinem umfangreichen Fundus begeisterte er das Publikum und gewährte spannende Einblicke sowohl in seine Forschungsarbeit als auch in die frühen Anfänge von Doyles schriftstellerischem Schaffen.
Auf den Spuren von Arthur Conan Doyle in Feldkirch
„Hoch über dem Bodensee, eingeschmiegt in einen kleinen Winkel der Tiroler Alpen, liegt das stille Städtchen Feldkirch. Erwähnung verdient es eigentlich nur wegen einer großen, gut geführten Jesuitenschule und der außergewöhnlichen Schönheit seiner Lage. Einen anmutigeren Flecken gibt es in ganz Vorarlberg nicht.“
Diese Zeilen stammen von Sir Arthur Conan Doyle, der heute vor allem als Schöpfer des wohl berühmtesten Detektivs der Literaturgeschichte bekannt ist. Weniger bekannt ist, dass er 1875/76 – also vor über 150 Jahren – ein Jahr am renommierten Privatgymnasium Stella Matutina verbrachte, das 1979 geschlossen wurde.
Im Alter von 16 Jahren war Doyle noch zu jung für eine Berufsausbildung und kam daher in das Jesuiteninternat, um Deutsch zu lernen – mit wechselndem Erfolg. Aufgrund seiner Größe wurde er zudem verpflichtet, in der Blaskapelle das Bombardon, eine Art Bass Tuba, zu spielen.
Irrtum aufgeklärt
Ein besonderer Verdienst Schöbis besteht darin, einen lange verbreiteten Irrtum richtigzustellen: Doyle schrieb in Feldkirch nicht für den „Feldkircher Anzeiger“, sondern gab mit der „The Feldkirchian Gazette“ eine eigene Schülerzeitung heraus. Zwei handgeschriebene Ausgaben sind bis heute im Nachlass Doyles in der British Library erhalten.
Schöbi hat diese Texte sorgfältig ins Deutsche übersetzt und daraus ausgewählte Passagen präsentiert. So schildert Doyle unter anderem die gemeinsamen Ausflüge mit der Kapelle, die beeindruckende Bergwelt sowie die reiche Flora und Fauna rund um Feldkirch. Er beschreibt den St.-Fridolin-Stein in der Basilika Rankweil und die Schattenburg und verarbeitete Erlebnisse aus dieser Zeit später in seinen literarischen Werken.
Die Zeit in Feldkirch gilt heute als wichtiger Ausgangspunkt für Doyles schriftstellerische Entwicklung. In einer späteren Kurzgeschichte bezeichnete er die Stadt als „anmutigsten Flecken in ganz Vorarlberg“. Hier nahm jener Weg seinen Anfang, der ihn schließlich zum Schöpfer von Sherlock Holmes machte.
Eine prägende Rolle spielte dabei auch sein Lehrer Pater Alexander Baumgartner SJ aus Altstätten, der später als bedeutender Literaturhistoriker wirkte und von Doyle in frühen Erzählungen literarisch verewigt wurde.
„Blauer Karfunkel 2025“
Der „Blaue Karfunkel“ geht auf die Sherlock-Holmes-Erzählung „The Adventure of the Blue Carbuncle“ zurück. Die Geschichte zählt zu den bekanntesten Fällen des Meisterdetektivs und steht sinnbildlich für Spürsinn und Entdeckungsfreude – Eigenschaften, die auch Schöbis wissenschaftliche Arbeit auszeichnen.
Die Auszeichnung wurde von Thomas Fröhlich, Leiter des österreichischen Stammtisches der Deutschen Sherlock Holmes Gesellschaft, überreicht.
Gewürdigt wurde damit die langjährige, fundierte Forschungsarbeit des in Feldkirch lebenden Mathematikers und Autors.
Anbei finden den Link zum Artikel auf den Spuren des
jungen Schriftstellers ACD aus der Zeitschrift Kultur und Gesellschaft von Philipp Schöbi: Es begann an der Stella













































