1525 – Der Bauernkrieg und Vorarlberg - Erinnerung an bewegte Zeiten in Feldkirch

 

Über 30 interessierte ZuhörerInnen lauschten aufmerksam den Ausführungen von Christoph Volaucnik.

Am 05.03.2026 fand in Kooperation mit dem Palais Liechtenstein, dessen Jahresschwerpunkt 2026 unter dem Motto „Spektrum Freiheit“ steht, ein interessanter Vortrag statt. Über 30 interessierte ZuhörerInnen lauschten aufmerksam den Ausführungen von Christoph Volaucnik.

Forderungen nach mehr Rechten

Volaucnik berichtete eingangs, dass im Jahr 2025 mehrere Ausstellungen in Süddeutschland an den Bauernkrieg erinnern, unter anderem in Bad Schussenried und Memmingen. Beide Orte spielten während der Ereignisse von 1525 eine wichtige Rolle. In Memmingen wurden etwa die berühmten „Zwölf Artikel der Bauernschaft“ formuliert, in denen Bauern grundlegende Forderungen nach mehr Rechten, geringeren Abgaben und größerer persönlicher Freiheit erhoben.

Im Vortrag stellte Volaucnik zunächst die Ursachen und den Verlauf des Bauernkriegs in Süddeutschland dar. Ausgelöst wurde der Aufstand durch eine Kombination aus sozialen Spannungen, steigenden Abgaben und Frondiensten sowie durch neue religiöse Ideen der Reformationszeit. Viele Bauern fühlten sich von Adel und geistlichen Grundherren stark belastet und forderten eine gerechtere Ordnung.


Bezug zu Vorarlberg
Anschließend zeigte Volaucnik den Bezug zu Vorarlberg und insbesondere zu Feldkirch auf. Obwohl Vorarlberg kein Hauptschauplatz der Kämpfe war, erreichten die Nachrichten über die Aufstände rasch auch das Gebiet zwischen Bodensee und Arlberg. Die habsburgische Verwaltung beobachtete die Entwicklungen mit großer Sorge, da ein Übergreifen der Unruhen befürchtet wurde.

In Feldkirch, einer wichtigen befestigten Stadt, bereitete man sich vorsorglich auf mögliche militärische Auseinandersetzungen vor. Die Stadt verstärkte ihre Verteidigungsbereitschaft, kontrollierte die Stadttore und organisierte die Bürgerwehr. Auch Vorräte und Waffen wurden überprüft, da Feldkirch aufgrund seiner strategischen Lage am Übergang in die Schweiz und nach Süddeutschland eine wichtige Rolle spielte.

Mehrere Bauern aus Vorarlberger Regionen – etwa aus dem Walgau, dem Montafon und dem Rheintal – sympathisierten mit den Forderungen der aufständischen Bauern im Allgäu und in Oberschwaben. Einzelne Vorarlberger schlossen sich zeitweise den aufständischen Gruppen an oder unterstützten sie indirekt. Dennoch kam es im Gebiet des heutigen Vorarlberg zu keinem groß angelegten offenen Aufstand wie in Teilen Schwabens oder Tirols.

Nachdem die bäuerlichen Heere im Sommer 1525 von fürstlichen Truppen entscheidend geschlagen worden waren, folgten auch in den angrenzenden Regionen harte Maßnahmen. Beteiligte oder Verdächtige wurden verfolgt, verhört oder zu Geldstrafen verurteilt. In manchen Fällen kam es zu Gefängnisstrafen oder zur Beschlagnahmung von Besitz. Die Obrigkeit wollte damit verhindern, dass sich ähnliche Aufstände erneut ausbreiten konnten.


Der Vortrag machte deutlich, dass der Bauernkrieg zwar oft mit den großen Schlachten in Süddeutschland verbunden wird, seine Auswirkungen jedoch auch in kleineren Regionen wie Vorarlberg spürbar waren. Die Ereignisse von 1525 zeigen, wie stark die Forderungen nach Freiheit, Mitbestimmung und sozialer Gerechtigkeit bereits vor 500 Jahren die Menschen bewegten – ein Thema, das auch heute noch von großer historischer Bedeutung ist.

(Text und Fotos Helmut Köck März 2026)

Vortragendet war der ehemalige Stadtarchivar Christph Volaucnik und GF der Rheticus Gesellschaft .