Wolfgang Häusle, der Sohn des Künstlers und RG Obmann  Albert Ruetz freuen sich auf so viele interessierte BesucherInnen.



Der Grenzgänger: Martin Häusle (1903–1966)


Anlässlich zum sechzigsten Todestages des Künstlers   

Zahlreiche Interessierte folgten der Einladung zum Filmvortrag „Der Grenzgänger. Martin Häusle 1903–1966“ im Palais Liechtenstein und erlebten einen eindrucksvollen Film über das Schaffen des Feldkircher Glaskünstlers. Die von Sebastian Frommelt und Herbert Jochum gestaltete Dokumentation widmet sich dem außergewöhnlichen Werk eines Künstlers, der die sakrale Glaskunst in Vorarlberg nachhaltig geprägt hat.



Text und Fotos Helmut Köck, Mai 2026

Viele interessierte Teilnehmer kamen ins Palais Liechternstein.

RG-Obmann Albert Ruetz gewährte als profunder Kenner des Künstlers spannende Einblicke in Leben und Werk Martin Häusles. 

Häusle wurde 1903 in Feldkirch geboren und entwickelte schon früh eine besondere Begabung für Malerei und Glasgestaltung. 

 

Ausschnitt des Glasfensers des Hl. Fidelis im Feldkircher Dom  links vom Hochaltar.

Die Lindenallee im umgebenden Park in unmittelbare Nähe seines Wohnhauses und Ateliers und der Blick auf die Stadt Feldkirch inspirierten Häusle immer wieder zum Malen.

Im anschließenden Vortrag gewährte RG-Obmann Albert Ruetz als profunder Kenner des Künstlers spannende Einblicke in Leben und Werk Martin Häusles anlässlich seines 60. Todestages.


Häusle wurde 1903 in Satteins geboren und zeigte bereits in jungen Jahren großes zeichnerisches und malerisches Talent. Nach seiner Ausbildung entwickelte er eine unverwechselbare Bildsprache, die traditionelle christliche Motive mit modernen künstlerischen Ausdrucksformen verband. Besonders die Wirkung von Licht und Farbe spielte in seinem Schaffen eine zentrale Rolle. Seine Glasfenster zeichnen sich durch kräftige Farbkompositionen, dynamische Linienführungen und eine symbolreiche Bildgestaltung aus, die den Kirchenräumen eine besondere spirituelle Atmosphäre verleihen.


Expressive Formensprache
Neben der Glasmalerei schuf Martin Häusle auch Gemälde, Entwürfe für Wandgestaltungen sowie sakrale Kunstwerke für öffentliche und kirchliche Räume. Seine Arbeiten zeigen häufig biblische Szenen, Heiligendarstellungen und Sinnbilder des Glaubens, die er jedoch nicht streng traditionell, sondern mit einer zeitgemäßen und oft expressiven Formensprache interpretierte. Damit wurde Häusle zu einem wichtigen Vermittler zwischen kirchlicher Kunsttradition und moderner Kunst des 20. Jahrhunderts.


Wahrer Grenzgänger
Als Gestalter zahlreicher Kirchenfenster war Häusle ein wahrer Grenzgänger zwischen kirchlicher Tradition und zeitgenössischer Kunstauffassung. Im Film kommen Kunstexperten und Geistliche zu Wort, die sowohl die symbolreiche Motivwelt als auch die freie, moderne Gestaltung seiner Werke erläutern. Das wohl größte zusammenhängende Werk Martin Häusles befindet sich im Feldkircher Dom (siehe Bildergalerie). Die monumentalen Glasfenster dort beeindrucken durch ihre intensive Farbigkeit und die meisterhafte Verbindung von Architektur und Lichtwirkung. Darüber hinaus finden sich eindrucksvolle Arbeiten in den Kirchen von Altenstadt, Levis, Tosters, Götzis und Bregenz. Auch außerhalb Vorarlbergs hinterließ Häusle bedeutende Spuren sakraler Kunst.


Die Glasfenster der Kathedrale St. Florin in Vaduz sowie der St.-Antonius-Kirche in Tschagguns zählen zu seinen letzten großen Arbeiten. Diese Projekte konnte Martin Häusle jedoch nicht mehr selbst vollenden: Er verstarb am 10. April 1966 infolge eines Schlaganfalls.


Im Anschluss an den Vortrag nutzten viele Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, weitere Werke des Künstlers in der Ausstellung „Wo wir uns begegnen“ im Palais Liechtenstein zu besichtigen. Die Ausstellung machte einmal mehr sichtbar, wie vielfältig und zeitlos das künstlerische Schaffen Martin Häusles bis heute wirkt.


Auch sechs Jahrzehnte nach seinem Tod zählt Martin Häusle zu den bedeutendsten Künstlerpersönlichkeiten Feldkirchs und Vorarlbergs. Seine Glasfenster und sakralen Kunstwerke prägen bis heute zahlreiche Kirchenräume des Landes und machen sein künstlerisches Vermächtnis lebendig und für kommende Generationen sichtbar.