48 Jahre Rheticus-Gesellschaft

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Vorarlberg im Mittelalter - Ein Überblick.

Es war die Premiere im brandneuen Vortragsraum des Stadtarchivs in der Herrengasse 2. Anstelle der vorgesehenen 20 Teilnehmer waren 40 Personen anwesend.

Am 14.3.2023 verfolgten 40 Teilnehmer den spannenden Vortrag von Christoph Volaucnik über eine Zeit großer Veränderungen und Entwicklungen in Vorarlberg.

 

Es war die Premiere im brandneuen Vortragsraum des Stadtarchivs in der Herrengasse 2. Anstelle der vorgesehenen 20 Teilnehmer waren 40 Personen anwesend, weitere Anmeldungen konnten nicht mehr angenommen werden.

 

Mittelalter boomt

Warum das große Interesse? Das Mittelalter ist allgegenwärtig in Filmen oder Fernsehserien. Kaum ein Gemeindejubiläum (z.B. Feldkirch 1218 – 2018) kommt ohne Verweis auf diese Zeit aus. Mittelaltermärkte und Rittermärkte boomen. Das „finstere“ Mittelalter, die Ungleichheit der Menschen in sozialer Hinsicht, die Gesellschaft war in drei Gruppen eingeteilt:

Oratores - Betende, Geistliche, Mönche, Bellatores - Waffenträger und die Laboratores, die Arbeitenden.

 

Zeit zwischen 500 - 1500 n.Chr.

Das Mittelalter in Vorarlberg war eine Zeit großer Veränderungen und Entwicklungen. In dieser Zeit erlebte Vorarlberg eine stürmische Geschichte, die von politischen Umwälzungen, sozialen Spannungen und kultureller Blüte geprägt war. Die Region war ein wichtiger Handelsknotenpunkt zwischen dem Norden und dem Süden Europas und wurde oft von fremden Mächten beansprucht. Die Geschichte des Mittelalters in Vorarlberg beginnt um 500 im Spannungsgebiet zwischen Ostgoten und Alemannen, die ab dem 7. Jahrhundert christianisiert und die Region Teil des fränkischen Reiches wurden. Im 9. Jahrhundert wurde Vorarlberg Teil des Herzogtums Schwaben und später des Heiligen Römischen Reiches.

 

Montforter und Habsburger

Zahlreiche Details wusste der Referent zu berichten, angefangen vom Frühmittelalter. Im Mittelalter war Vorarlberg ein wichtiger Handelsplatz. Die Vorarlberger Handelswege führten durch die Alpenpässe und über den Bodensee. Ritterkultur und zahlreiche Schlachten, über die Werdenberger, die Annäherung an die Habsburger, den letzten Montforter Rudolf V., welcher die Klöster Viktorsberg und Valduna stiftete. Wir hörten über das erfolgreiche Adelsgeschlecht der Habsburger, die Zeit großer sozialer Spannungen auch in Vorarlberg. Die Bauern und Handwerker waren oft in Abhängigkeit von den Adligen und geistlichen Herrschern. Sie hatten wenig Rechte und mussten hohe Abgaben leisten. Es kam immer wieder zu Aufständen gegen die herrschenden Mächte. Auch über das Klima, den Lebensmittelanbau, die Hungerjahre, Kultur, Schulen, Medizin und über die Vorarlberger Städte gab es viel zu hören.

 

Kunst und Architektur

Die Kultur blühte im Mittelalter in Vorarlberg. Viele Klöster und Kirchen wurden gebaut, darunter das Kloster Mehrerau in Bregenz, das Kloster St. Gallen und die Basilika in Rankweil. Die Kunst und Architektur des Mittelalters ist in Vorarlberg noch heute sichtbar und prägt das Bild der Region. Im späten Mittelalter wurde Vorarlberg Teil der Habsburgermonarchie und erlebte eine weitere wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. Die Habsburger förderten den Handel und die Tuchherstellung und bauten viele Burgen und Schlösser. Die Region blieb jedoch bis zur Gründung der Republik Österreich im Jahr 1918 Teil des Habsburgerreiches.

 

Der zweite Teil dieses umfangreichen Vortrags findet am Dienstag, 21. März 2023 statt.

(Bericht und Fotos Helmut Köck, März 2023)