Exkursion ins Liechtensteinische LandesMuseum
Das Liechtensteinische LandesMuseum zählt zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen des Fürstentums Liechtenstein, im Herzen der Hauptstadt Vaduz gelegen.
Museumsmitarbeiterin Chiara Jehle verstand es von Beginn an, ihre Begeisterung für Land, Geschichte und Kultur Liechtensteins auf die Besucherinnen und Besucher zu übertragen.
Bedeutende Kulturinstitution
Das Liechtensteinische LandesMuseum zählt zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen des Fürstentums Liechtenstein. Im Herzen der Hauptstadt Vaduz gelegen, vermittelt das Museum auf eindrucksvolle Weise die Geschichte, Kultur, Natur und Entwicklung des Landes – von der Urgeschichte bis in die Gegenwart. Die Dauerausstellungen verbinden archäologische Funde, historische Objekte, Volkskunde und moderne Vermittlungsformen zu einem lebendigen Gesamtbild der liechtensteinischen Identität.
Geschichte des Museums
Die Ursprünge des Landesmuseums reichen bis ins Jahr 1890 zurück. Unter Landesverweser Friedrich Stellwag von Carion entstand damals die Idee, die Geschichte und Kultur Liechtensteins in einer eigenen Sammlung zu bewahren. Zunächst war das Museum in Räumen des Schlosses Vaduz untergebracht. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wechselte die Sammlung mehrfach ihren Standort, ehe sie 1972 im historischen Gebäude „Zum Adler“ im Zentrum von Vaduz dauerhaft eingerichtet wurde.
Das heutige Museumsensemble verbindet mehrere historische Gebäude mit moderner Architektur. Nach umfangreichen Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten wurde das neue Landesmuseum im Jahr 2003 feierlich eröffnet. Neben dem Hauptmuseum gehören heute auch das PostMuseum, die Schatzkammer sowie das Bäuerliche WohnMuseum in Schellenberg zur Museumsstiftung.
Der Rundgang begann in der aktuellen Sonderausstellung „Was heute wichtig war“. Die Ausstellung präsentiert fotografische und dokumentarische Arbeiten der Künstlerin Ursula Wolf. Die eindrucksvolle Bilderchronik setzt sich mit gesellschaftlichen Ereignissen, Alltagsmomenten und aktuellen Themen auseinander und dokumentiert das Zeitgeschehen aus sehr persönlicher Perspektive.
Dauerausstellung
Anschließend führte Chiara Jehle die Gruppe durch die umfangreiche Dauerausstellung, die sich unter anderem der Archäologie, der mittelalterlichen Geschichte, der Volkskultur, der Industrieentwicklung sowie der Naturgeschichte Liechtensteins widmet. Besonders beeindruckend waren historische Wohnräume, sakrale Kunstwerke, Waffen, Münzen, Trachten und naturkundliche Sammlungen.
Viel Interessantes wusste die Museumsführerin auch über den meistbesuchten Raum des Museums zu erzählen. Dort wird die Geschichte des Fürstenhauses Liechtenstein von Fürst Karl I. von Liechtenstein, dem ersten Fürsten des Hauses, bis zum heutigen Landesfürsten Hans-Adam II. dargestellt. Dieser hat die Regierungsgeschäfte bereits an seinen erstgeborenen Sohn und designierten Thronfolger S.D. Erbprinz Alois übertragen. Gemeinsam stehen sie für die Kontinuität des Fürstenhauses und die Stabilität des Landes. Das Fürstenhaus Liechtenstein blickt auf eine rund 600-jährige Geschichte zurück, gab dem seit mehr als 300 Jahren souveränen Fürstentum seinen Namen und umfasst heute rund 120 lebende Familienmitglieder.
Sonderausstellung „Wirtschaft Liechtenstein“
Besonders beeindruckend präsentierte sich die Sonderausstellung „Wirtschaft Liechtenstein“, welche den tiefgreifenden wirtschaftlichen Wandel des Landes seit dem Zweiten Weltkrieg beleuchtet. Aus dem einst stark bäuerlich geprägten Staat entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte ein hochindustrialisiertes und international vernetztes Wirtschaftsland. Zeitzeugenberichte, Filme und historische Dokumente zeigen eindrucksvoll die gesellschaftlichen Veränderungen und die Menschen hinter diesem wirtschaftlichen Aufstieg.
Viele der vorgestellten Unternehmen wie Hilti, Ivoclar, Hoval oder die Liechtensteinische Landesbank sind auch den Besucherinnen und Besuchern bestens bekannt. Die Ausstellung läuft noch bis zum 28. Februar 2027.
Das „Ländle“
Interessante Einblicke gab Chiara Jehle auch in die aktuelle Situation des „Ländles“. Derzeit leben rund 41.500 Einwohnerinnen und Einwohner in Liechtenstein. Der Arbeitsmarkt ist stark von Einpendlern geprägt: Von den insgesamt etwa 43.400 Beschäftigten stammen rund 57 Prozent aus dem benachbarten Ausland. Täglich pendeln tausende Menschen aus der Schweiz, Vorarlberg und Deutschland zur Arbeit nach Liechtenstein.
Die Zeit verging wie im Flug, sodass am Ende nur noch ein kurzer Kaffeeplausch im „Schloss Café“ möglich war. Die Besucherinnen und Besucher bedankten sich herzlich bei der engagierten Museumsführerin und nahmen gerne die kleine „Goldmünze“ entgegen, die später beispielsweise bei der „Langen Nacht der Museen“ für einen Eintritt in die Schatzkammer eingelöst werden kann.
Kulturelles Gedächtnis Liechtensteins
Das Liechtensteinische LandesMuseum ist weit mehr als ein klassisches Heimatmuseum. Es versteht sich als kulturelles Gedächtnis des Landes und verbindet historische Forschung mit moderner Museumsdidaktik. Sonderausstellungen, Vorträge, Führungen und Familienprogramme machen das Museum zu einem lebendigen Ort der Begegnung und Bildung. Durch die Verbindung von Geschichte, Natur und Gegenwart bietet es Besucherinnen und Besuchern einen umfassenden Einblick in die Entwicklung Liechtensteins und seine besondere Stellung im Alpenraum.
(Text und Fotos Helmut Köck, , Mai 2026)
Viel Interessantes wusste die Museumsführerin auch über den meistbesuchten Raum des Museums zu erzählen. Dort wird die Geschichte des Fürstenhauses Liechtenstein von Fürst Karl I. von Liechtenstein, dem ersten Fürsten des Hauses, bis zum heutigen Landesfürsten Hans-Adam II. dargestellt.













































