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Im Studierstädtlein - Zum 100. Todestag von Josef Wichner

Wichner Kenner Detlev Gamon, RG-Alt-Obmann Herbert Wehinger (er war Herausgeber des Wichnerbuches „Im Schneckernhaus“ ) und Philipp Schöbi.

Am Mittwoch, den 14. Juni 2023 jährte sich der Todestag des Bludenzer Schriftstellers Josef Wichner (1852-1923) zum 100. Mal. Aus diesem Anlass fand im Feldkircher Theater am Saumarkt zu Ehren von Wichner ein vergnüglicher, heiterer Abend mit humorvollen Texten und Musik statt.

Mitorganisiert wurde der Abend von der durch Detlev Gamon präsidierten Josef-Wichner-Gesellschaft. Für die musikalische Umrahmung sorgte die an der Stella Musikhochschule Vorarlberg lehrende Pianistin Anna Adamik, welche mit Promenade und Gnomus aus „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky den unterhaltsamen Abend eröffnete.

Das Leben Wichners
Die Zuhörer konnten beim Vortrag von Philipp Schöbi den Lebensweg Wichners anhand von Bildern begleiten und in die Geschichte seines Lebens eintauchen. Wichner wurde am 23. Oktober 1852 in Bludenz in ärmlichen Verhältnissen geboren. Er verlor früh seine Eltern und wurde von den Basen Eva und Senza aufgezogen. In der Schule erkannten die Lehrer bald schon sein Talent zum Schreiben. Der damalige Hilfspfarrer Kobald drängte darauf, Wichner studieren zu lassen. Mit zwölf Jahren übersiedelte er ins „Studierstädtlein“ nach Feldkirch, um das Gymnasium zu absolvieren und studierte bis 1878 in Brixen und Innsbruck. An „seinem“ Feldkircher k. k. Gymnasium erhielt er 1878 eine „Supplentur“ (Hilfslehrer-Stelle). 1880 nahm er eine Professorenstelle am Kremser Gymnasium an. Über seine Studienzeit und die erste Zeit in Krems schrieb er später in seinen autobiographischen Romanen „Im Schneckenhause", „Im Studierstädtlein" und „An der Hochschule". Aber auch „der Liebe wegen“ übersiedelte er nach Krems und heiratete Maria Mathiasch.

Freundschaftsbeziehung zu Peter Rosegger
Eine besondere Bedeutung hatte überdies eine Freundschaftsbeziehung zu Peter Rosegger. Josef Wichner war zudem ein sehr sozial eingestellter Mensch: Beispielsweise besorgte er dreißig Jahre lang unentgeltlich die Redaktion der „Nieder-österreichischen Volksbildungsblätter“, kümmerte sich um die Verbesserung der Lebensverhältnisse von Häftlingen und spendete fleißig den Armen. Nach Josef Wichner wurden – nur schon in Vorarlberg – in Bludenz, Feldkirch, Hohenems, Lustenau, Altach, Dornbirn, Höchst und Nüziders Straßen benannt.

Studierstädtlein
Die Stadt an der Donau wurde seine zweite Heimat und 1908 trat er in den Ruhestand. Jetzt konnte er sich ganz seiner schriftstellerischen Arbeit widmen. Obwohl er mehr als 40 Jahre nicht in Bludenz gelebt hatte, sprach er in seinen Werken immer wieder von der Liebe zu seiner Heimatstadt. Als Dichter zeichnete ihn seine volksnahe, einfache und humorvolle Erzählweise aus. Auch in Krems wurde Wichner geehrt – anlässlich seines 70. Geburtstages wurde seine Tragödie „Zwang“ in Krems uraufgeführt. Er starb am 14. Juni 1923 im Alter von 71 Jahren und in Krems gibt es zur Erinnerung einen „Wichnerplatz“. Feldkirch verdankt ihm die geläufige Bezeichnung als „Studierstädtlein“. Die Rheticus Gesellschaft hatte dem bedeutenden Vorarlberger Autor Josef Wichner bereits im November 2016 einen Festabend gewidmet.

Humorvolle Texte
Christoph Volaucnik und Philipp Schöbi zitierten dann humorvolle Texte des Autors, der über 30 Bücher veröffentlichte. „Mich hat der Wichner Virus gepackt und jetzt sind auch alle seiner Bücher bei mir vorhanden“, scherzte Detlev Gamon, der größte Wichner Fan. Es ist ihm ein großes Anliegen, dass der Volksschriftsteller nicht in Vergessenheit gerät. Ab Ende Juni sind dann alle Werke unter der  Neuen Wichner Homepage  einsehbar. Im Anschluss an die Veranstaltung konnte dann bei einem kleinen Imbiss über diesen bedeutsamen Vorarlberger weiter diskutiert werden.

 

(Text und Fotos Helmut Köck, Juni 2023)