Chronik

Georg Rheticus und die Rheticus-Gesellschaft

Im Jahr 1976 wurde die Rheticus-Gesellschaft gegründet. Der Verein nannte sich nach dem in Feldkirch geborenen Humanisten Georg Joachim Rheticus. Dieser gehörte im 16. Jh. als Mathematiker, Astronom, Mediziner und Universitätsprofessor zu dem bedeutendsten Gelehrten Europa. Rheticus war ein “Querdenker”, denn entgegen den dogmatischen Lehren der protestantischen und katholischen Kirche verbreitete er 1540 erstmals das revolutionäre heliozentrische Weltbild seines Freundes Kopernikus (polnisch: Kopernik), auf welches sich schließlich auch der italienische Philosoph und Physiker Galilei stützte. Rheticus wurde dadurch zu einem Vorgänger der Aufklärung und der modernen europäischen Zivilisation. Er wirkte nicht nur im Osten Deutschlands, sondern viele Jahre im heutigen Polen, in Tschechien, der Slowakei und in der einst ungarischen Stadt Kassa, wo er 1574 starb. Rumänische und ungarische Großadelige suchten ihn auch als „Leibarzt“ zu gewinnen.


Im Jahr 2009 wurde zu seinem Gedenken auf dem Domplatz in Feldkirch ein Denkmal mit Sonnenuhr errichtet. Im Jahr 2010 erschien über ihn in unserer "Schriftenreihe" eine umfassende Biographie. Und in Jahr 2014 feierten wir seinen 500. Geburtstag mit umfangreichen Veranstaltungen.


Ganz im Sinne dieses europäischen Gelehrten ist die Rheticus-Gesellschaft bemüht, ihre landeskundliche Tätigkeit in aufgeklärter Toleranz, Offenheit und Vielseitigkeit zu führen. Und in den Vereinsstatuten heißt es daher: “Der Verein, dessen Tätigkeit parteiunabhängig und nicht auf Gewinn gerichtet ist, bezweckt die Pflege, Förderung und Erforschung der Kultur, insbesondere der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften.“

 

Als Folge davon erschienen in den letzten 40 Vereinsjahren 70 wissenschaftliche Bände der „Schriftenreihe“ und bis 2011 die „Vierteljahresschriften“.

 


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