Buchpräsentation

„Russische Revolutionen 1917“

Autorenteam Werner Bundschuh, Nadja Feuerstein, Gerhard Wanner und Johannes Spies.

 


Am 21. November präsentierte die Rheticus-Gesellschaft aus ihrer Schriftenreihe den Band Nummer 73, "Russische Revolutionen 1917", welcher in enger Zusammenarbeit mit der Johann-August-Malin-Gesellschaft (auch ein historisches Ereignis) entstanden ist.  

Obmann Albert Ruetz freute sich über das große Interesse und begrüßte über 180 Besucherinnen und Besucher im Saal der Arbeiterkammer Feldkirch. Das abwechslungsreiche Programm wurde vom Gesangsensemble „Slavjanka“ mit traditionellen Liedern aus der Sowjetunion musikalisch begleitet.

 

Mitautorin Nadja Feuerstein stellte in ihrem Kurzreferat die Privatperson Lenin in den Mittelpunkt. Ihr Schlüssel dazu war die Lieblingsmusik Lenins während seiner Aufenthalte in der Schweiz von 1895-1917, die Klaviersonate “Appassionata“ von Beethoven. „Je mehr ich mich mit Lenin befasste, umso weniger konnte ich ihn eigentlich verstehen“, so die Autorin.

 

Historiker Werner Bundschuh stellte dann weitere Kapitel aus dem rund 200-seitigen, stark bebilderten Band vor. Vor hundert Jahren – das Jahr 1917 sollte die Weltgeschichte verändern. In diesem Buch wird versucht darzustellen, welche Bezüge die Vorgänge im fernen Russland zu Vorarlberg hatten, befanden sich doch tausende Vorarlberger als Soldaten an der russisch-galizischen Front und in russischen Gefangenenlagern. "Die Vorarlberger Zeitungsmedien kamen daher den großen Interessen und hoffnungsvollen Erwartungen ihrer Leser nach, vor allem, wenn es um Siege der österreichisch-ungarischen Armeen ging und um die offensichtlichen Friedensbestrebungen der Bolschewisten/Kommunisten unter Lenin, die 1917 auf ein baldiges Ende des Krieges drängten“, schreibt Autor Gerhard Wanner im Vorwort.

 

Mitautor Johannes Spies präsentierte dann einige Szenen aus dem sowjetischen Propagandafilm “Oktober. Zehn Tage, die die Welt erschütterten", der aus Anlass des zehnten Jahrestages der "Oktoberrevolution" vom sowjetischen Regisseur Sergei M. Eisenstein im Jahr 1928 als Stummfilm produziert und zu einem Klassiker der europäischen Filmgeschichte wurde.

 

Gerhard Wanner unterrichtete zwischen 1991 und 2003 an zwei staatlichen Uraler Universitäten in Swerdlowsk (ab 1992 wieder Jekaterinburg). Die "Öffnung" der militärischen Rüstungsstadt 1991 unter Gorbatschow machte dies möglich. Gerhard Wanner war der erste Professor aus dem "Westen", ein "Exot". Im selben Jahr erlebte er den Putschversuch gegen Gorbatschow und 1991 das Ende der UdSSR, ferner die Exhumierung der Überreste der Zarenfamilie. Wanner dokumentierte diese Geschehnisse mit seiner Kamera, entgegen strengen Fotografieverboten und erlebte auch die Wirtschaftskrise unter Staatspräsident Boris Jelzin, der an der Uraler Universität studierte. Wanner zeigte interessante Zeitdokumente in Form seiner Dias aus dieser Zeit. In der Folge dokumentierte Wieslaw Piechocki  mit aktuellen Bildern aus Jekaterinburg, den kolossalen Kontrast, die enormen Veränderungen, die diese Stadt bis heute erfahren hat.  

 

 

Nach dem des offiziellen Teil lud die Rheticus-Gesellschaft zu Borschtsch Suppe und Pelmeni. Ein feiner Wodka durfte dabei nicht fehlen.


Das Buch "Russische Revolutionen 1917" kann direkt über die Rheticus-Gesellschaft bezogen werden.

 

(Text und Fotos Helmut Köck, November 2017)

 


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