Zürcher Stadtspaziergang zu den "Oasen der Ruhe"

41 Vereinsmitglieder nahmen am 20. September 2015 am Tagesausflug nach Zürich teil, den Reiseleiter Mag. Albert Ruetz unter das Motto "Reise in die eigene Seele" stellte.

 

Geschichte Zürichs

Auf der Hinfahrt erzählte er uns über das Entstehen und Heranwachsen Zürichs zur Weltstadt mit heute ca. 400.000 Einwohnern. In der Antike siedelten hier die Kelten, ab 15 v. Chr. war es eine römische Siedlung am See. Im 9. Jh. ist das Großmünster entstanden und parallel dazu das Fraumünster. Zu dieser Zeit war Zürich ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Es wurde im 13.Jh.eine freie Reichsstadt. Später entwickelte sich diese Stadt zu einer wichtigen Textilstadt und kam dadurch zu großem Reichtum.

Im 19.Jh.folgte ein radikaler gesellschaftlicher Umbruch: Es war die Zeit, in der auch die Frauen zu arbeiten begannen. Es war die Zeit des Umbruchs zur Stadt mit Finanz- und Versicherungswesen. Durch die Eingemeindung vieler Gemeinden im 19.Jh. wurde Zürich eine Großstadt. In der Folge entstanden große Verwaltungsprobleme. Es mussten Verwaltungsgebäude gebaut werden. Das Fraumünster wurde zu einem Verwaltungsgebäude umgebaut. Verschiedene Zünfte lassen sich in Zürich nieder. Albert berichtet ausführlich über die helvetische Reformation unter Huldrych Zwingli und über den Calvinismus.

 

Verschlafenes Zürich

Wir steigen bei der Sihlpost aus, gehen ein Stück die Sihl entlang und machen im alten botanischen Garten neben dem Volkskundemuseum halt. Albert erzählt uns über Zwingli und die Reformation und über die vielen Baustile in Zürich. Wir gehen durch das noch verschlafene, sonntägliche Zürich - es herrscht kein Trubel, keine Eile. Die Gässchen des Niederdorfs, die exklusive Bahnhofstrasse, die Rathausbrücke lenken unsere Aufmerksamkeit auf sich. Wir sehen auch die großen Zunfthäuser entlang der Limmat. Eine Kaffeepause und Mittagspause sorgen für unser leibliches Wohl.

 

Stille Orte

Die "stillen Orte" die wir aufsuchen sind:

Der Kreuzgang des Fraumünster: Um im 19.Jh.Verwaltungsstrukturen zu schaffen, wurde das Fraumünster und ein Teil des Kreuzgangs abgebrochen. Es wurden ein neuer kleiner Kreuzgang aufgebaut und alte Kunstwerke des Fraumünsters zur Besichtigung darin aufgestellt. Mit Begeisterung erzählt uns Albert ausführlich die Inhalte der Freskenzyklen. Im Inneren der Kirche sind wunderbare Fenster von Marc Chagall und Augusto Giacometti zu sehen.

 

Das Grossmünster wurde im 12. Jahrhundert über den Gräbern der drei Stadtheiligen Felix, Regula und Exuperantius gebaut. Der Innenraum ist schlicht gehalten. Wir betrachten die dunklen, fast glühenden Farben der Augusto Giacomettifenster und die Achatscheibenfenster von Sigmar Polke (2006 - 2009), die aussehen wie bunte Malereien, jedoch Steine sind. In der Krypta gibt Albert eine Gesangsprobe zum Besten. Wir erleben dabei die Krypta in ihrer Akustik und als sakralen Raum.

 

St. Peter mit dem gotischen Chor und dem barocken Mittelteil war die erste Pfarrkirche Zürichs. Sie geht auf das 8.Jh.zurück und befindet sich auf einem Hügel in der Nähe des Lindenhofs. Die Besichtigung der christkatholischen Augustinerkirche bleibt uns vorbehalten, weil sie geschlossen ist. Ihre Innenausstattung ist neugotisch. Sie steht am Münzplatz in der Nähe der Bahnhofstrasse.

                                    

Voll von Eindrücken wandern wir am Sihluferweg zurück zum Bus, der uns wieder sicher nach Feldkirch zurückbringt. Die vielen interessanten Berichte, Erzählungen und Legenden von Albert, das Betrachten der Kunstschätze in den stillen Orten, das  innehalten in den Kirchenräumen bleibt in unserer Erinnerung. Ein Dankeschön an unseren Obmann Albert Ruetz für die gelungene Tagesfahrt!

 

(Text Margarete Linortner, Fotos Helmut Köck, September 2015).


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