Geschichtliche Seminarreihe mit Gerhard Wanner

An drei Abendseminaren referierte unser GF Dr. Gerhard Wanner als profunder Kenner der Landesgeschichte zum Thema Ideologien bestimmten das Schicksal Vorarlbergs

in der Bibliothek der Arbeiterkammer Feldkirch.

 

Vorarlbergs dunkle Geschichte

Wanner verstand es, spannende Details zu vermitteln und diese mit Text- und Bildquellen zu unterstreichen. Er spannte den Bogen vom 14. Jh. bis zu den Ideologiekonflikten im 20. Jahrhundert. Das 16. Und 17. Jahrhundert mit 30jährigem Krieg, Pest, Religiös-katholischer Intoleranz, Kleiner Eiszeit, Juden- und Hexenverfolgungen war wohl die „dunkle“ frühe Neuzeit und für die heutigen Menschen kaum mehr vorstellbar. Erst im Jahr 1861 erhielt Vorarlberg einen eigenen Landtag, war politisch aber noch immer der Statthalterei in Innsbruck unterstellt.

 

Zwischen Aufklärung und Konservatismus

Das 19. Jahrhundert war beherrscht von einem hart ausgefochtenen „Kulturkampf“ zwischen den aufgeklärten Liberalen und den schon bald dominierenden Konservativen - die katholische Kirche und die Partei der Christlich Sozialen hatten sich zusammengeschlossen. Die Ende des 19. Jhs. auftretenden „gottlosen“ marxistischen und proletarischen Sozialdemokraten waren ein neues großes Feindbild.

 

1938 bis in die 80er Jahre

Im März 1938 verlief der „Anschluss“ an NS-Deutschland friedlich, und viele begrüßten hoffnungsfroh und mit Freuden die neue Ära. Darunter litt jedoch die katholische Kirche. Im April/Mai 1945 erfolgte die Befreiung Vorarlbergs durch die Franzosen nach einwöchigen, teils schweren Kämpfen. Eine Koalitionsregierung unter dem Bauern Ulrich Ilg, von den Franzosen erwünscht, betrieb erfolgreich den wirtschaftlichen Wiederaufbau. Doch die Kulturpolitik verharrte, wie schon vor 1938, auf einem konservativkatholischen Niveau. Erst die 80er- Jahre brachten den großen Wandel.

 

(Bericht und Foto Helmut Köck, April 2014)


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