In die Studiensammlung des "vorarlberg museums" geschaut

 

Eine interessante Exkursion konnten die Mitglieder am 14.11.2012 im Kunst- und Kulturgüterdepot des Landes in Bregenz erleben.


Die Teilnehmer wurden freundlich von Museumsdirektor Andreas Rudigier begrüßt. "Noch befinden wir uns samt dem Mitarbeiterstab hier im Hause. Der Endspurt Richtung Neueröffnung des vorarlberg museums hat begonnen, das neue Haus wird Ende 2012 fertig sein", freute sich Direktor Rudigier.

 

Geschichte der Sammlung

Im Jahr 1857 wurde der Vorarlberger Landesmuseumsverein gegründet, der von Anfang an seine zentrale Aufgabe im gezielten Sammeln, Sichern und Rückführen von Vorarlberger Kulturgut sah. Die Sammeltätigkeit erstreckte sich auf die Fachbereiche Geschichte, Naturwissenschaften, Kunst, Technologie und Landeskunde. Heute umfasst die Kollektion, die der Verein im Jahre 1947 dem Land Vorarlberg übereignete, Objekte von der Mittelsteinzeit (8000 – 4000 v. Chr.) bis zur Gegenwart. Einen Sammlungsschwerpunkt stellt die römische und vorrömische Epoche dar, aber auch der Bildenden Kunst kommt eine besondere Bedeutung zu. Das vorarlberg museums verfügt über eine der weltweit größten Angelika-Kauffmann-Sammlungen, welche 24 Ölgemälde, mehr als 350 Graphiken sowie zahlreiche Briefe und Dokumente umfasst. Kunsthandwerk und Skulptur des Mittelalters sind ebenso vertreten wie die Moderne, die in Vorarlberg eng mit dem Namen Rudolf Wacker verbunden ist. Die von der Kunstkommission des Landes seit 1974 getätigten Ankäufe ergänzen den Bestand an Zeitgenössischer Kunst.

 

Sammeln, Bewahren, Forschen und Ausstellen

"Nur eine kleine Auswahl der insgesamt mehr als 150.000 Objekte umfassenden Sammlung des vorarlberg museums wird später in den Ausstellungen gezeigt werden können", verriet Kulturvermittlerin und Museumsmitarbeiterin Anja Rhomberg. Die Gegenstände aus vielen Jahrhunderten werden unter strengen klimatischen Bedingungen und strikten Sicherheitsauflagen gelagert. Einige ganz wertvolle Stücke, wie etwa Gemälde von Angelika Kauffmann lagern in einem der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Bunker, dem s.g. Kulturgüter-Schutzraum" im Keller.

 

Restaurieren

Die BesucherInnen durften auch Restauratorin Maria Perwög bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und später im Büro der Registrarin alte und neue Methoden der Inventarisierung kennen lernen. So sind so ziemlich alle Objekte in einer zentralen Datenbank erfasst und können rasch in einer der 54 Inventarkategorien wiedergefunden werden. Neben der EDV mäßigen Speicherung von Objektdaten wird aber zusätzlich ein "händisches" Registerbuch geführt. Die Führung gewährte nicht nur Einblicke in die Studiensammlung, sondern auch in die aktuelle Arbeit eines Museums ohne Ausstellungshaus. Dieses wird am 21.06.2013 offiziell eröffnet.

 

(Text und Fotos Helmut Köck, November 2012)

 



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