Exkursion Verzasca-Tal  

Voll auf ihre Rechnung kamen über 60 Teilnehmer bei der Exkursion am 14. April 2012 in eines der interessantesten Täler des Tessin. Das Verzascatal wird oft als Herzstück oder auch das „steinerne Herz“ des Tessin bezeichnet.


Reiseleiter Obmann Albert Ruetz verstand es wieder einmal, die Mitfahrenden mit seinem fulminanten Wissen zu begeistern. Ganz gleich, ob Geschichte, Kunstgeschichte, Politik oder Religion, er konnte besonders die Zusammenhänge für die Laien verständlich vermitteln. Auch der Wettergott meinte es diesmal gnädig, lediglich der noch geplante kurze Abstecher bei der Rückfahrt in das 17-Seelendorf nach Corippo wurde wegen dem plötzlich einsetzenden Regen gestrichen.

 

Abstecher nach Muralto

Unser Reiseleiter bot zu Beginn einen Überraschungsbesuch zu einer der bedeutendsten romanischen Kirchen des Tessins nach San Vittore in Muralto in der Nähe von Locarno. Die Kirche aus dem  9./10. Jahrhundert  bot einen Ort der Ruhe und Inspiration. Trotz späterer Umbauten wurde die romanische Struktur beibehalten. In späteren Zeiten wurden zahlreiche Bauelemente beigefügt. Besondere Beachtung  fanden zahlreiche Fresken aus verschiedenen Epochen,  die während der Restaurierung der Kirche zum Vorschein kamen. Der älteste und bedeutendste Freskenzyklus stellt Szenen aus der Genesis dar und geht etwa auf das Jahr 1150 zurück. Aufmerksamkeit erregten in der Krypta die 22 Kapitelle mit geometrischen und pflanzliche Motiven, Menschenköpfe und Fabeltiere der romanischen Bildhauerkunst.

 

Raue Landschaft

Die raue Landschaft liefert den Bewohnern seit jeher nur eine bescheidene Existenzgrundlage und viele zogen es vor, ihr Glück in den USA oder in Italien zu suchen, sodass einzelne Dörfer nahezu entvölkert sind. Wir fuhren durch diese ausgeprägt alpine Landschaft, in der die Tessiner Steinhäuser den Blick auf sich ziehen. Wir besuchten Lavertezzo mit seinem gut erhaltenen Tessiner Ortsbild. Einer  der Höhepunkte war die abenteuerlich filigrane Römerbrücke Ponte dei Salti  Nach einer Stärkung im Gasthaus ging es weiter nach Brione. Dort erfreuten wir uns an den hochgotischen Fresken aus der Giotto-Schule. Den Abschluss der Exkursion im Talende war der Rundgang durch Sonogno. Wir hatten Gelegenheit, mitten im Dorf ein altes Backhaus, sowie die wunderschön restaurierten Steinhäuser und die majestätisch, Licht durchflutete Kirche zu bewundern.

 

(Text und Fotos Helmut Köck, April 2012)



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