Exkursion Oberschwäbische Barockstraße

 

38 Teilnehmer kamen in den Genuss einer hoch interessanten Exkursion am 25.08.2012. Obmann Albert Ruetz verstand es, die Mitreisenden an der Stilrichtung Barock zu faszinieren.

 

Die Fahrt begann in Lindau sozusagen in der Mitte des 18. Jahrhunderts bei der Stiftskirche.  Als kleine Überraschung war weiters ein nicht  im Programm erwähntes Highlight  in  Erichskirch zu bewundern. Dass Zeiten nicht nur Gebäude verwandeln, sondern auch Gedankengänge, wurde an dieser aus der Gotik stammenden Kirche bewusst. Erst später gab es hier Verzierungen mit Barockstücken. Weiteres ging es nach Friedrichshafen, wo heute mit der Schlosskirche eine restaurierte Kirche vorzufinden ist, welche aber den Kern der damaligen Zeit um 1695 – 1701 trifft. Erstmals konnten wir das s.g. Wandpfeilersystem als Besonderheit erkennen. Die Schlosskirche und die „Schlosskapelle“ in Meersburg waren dann die nächsten Ziele.

 

Barocke Pracht im Schloss Meersburg

Besonders beeindruckend war die Besichtigung vom „Neuen Schloss“, die Älteste bewohnte deutsche Burg, eine der großen Attraktionen am Bodensee und Wahrzeichen der Stadt. Es ist schon einmalig, wie das Neue Schloss Meersburg über dem Bodensee thront – mit schier grenzenloser Sicht über eine der reizvollsten Landschaften Europas. Bereits die Fürstbischöfe von Konstanz wussten diesen Ort mit dem schönsten Blick über den See bis hin zum Säntis zu schätzen und zu genießen. Im 18. Jahrhundert ließen sie das Neue Schloss zur Residenz ausbauen und verpflichteten dafür berühmte Künstler wie Balthasar Neumann oder Giuseppe Appiani. Die prächtige Architektur, phantasievolle Stuckaturen und außergewöhnliche Fresken erinnern an die höfische Welt der Barockzeit. Beim Rundgang in der Belétage mit den Staatsappartements und Privaträumen – das heutige Schlossmuseum – sahen wir auf eindrucksvolle Weise die Wohn- und Lebenskultur der Fürstbischöfe - 300 Jahre Geschichte wurden lebendig. Im danebenliegenden Museum der Meersburg konnte man das Mittelalter erleben und der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff nachspüren.

 

Birnau - Stern am Bodensee

Höhepunkt der Ganztagesexkursion war weiters der Besuch der Birnau. Die Wallfahrtskirche Birnau ist eine Maria geweihte Barockkirche am Nordufer des Bodensees. Die Basilika wurde von 1746 bis 1749 vom Vorarlberger Baumeister Peter Thumb für die Reichsabtei Salem errichtet. Die Kirche erhielt eine reiche barocke Ausstattung mit Fresken von Gottfried Bernhard Göz sowie Stuckaturen, Altären und Skulpturen von Joseph Anton Feuchtmayer, deren bekannteste der Honigschlecker ist, ein Putto mit Bienenkorb. Das der Kirche vor gelagerte Ordensgebäude mit dem markanten Glockenturm beherbergt heute ein Priorat der Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau. Die künstlerische Ausgestaltung des Innenraums im ornamentalen Stil des Rokoko hatte wohl auf jeden von uns eine mitreißende Wirkung, man kann nur noch "staunen". Albert Ruetz zitierte dazu Platon, der einmal sagte "Staunen ist der Anbeginn der Weisheit". Die Pracht der Kirche soll ja den Gläubigen von der Größe Gottes überzeugen. Architektur, Stuckatur und Malerei bilden hier „Gesamtkunstwerk, das wohl jeden beeindruckt. Anders als bei vielen Barockkirchen sind in der Birnau die Architektur, die Trompe-l’œil-Malerei und die Rocaille-Stuckatur tatsächlich zeitgleich und in enger künstlerischer Zusammenarbeit entstanden. Die klein und weithin unbekannte Kapelle „Maria zum Berge Karmel“ von Baitenhausen abseits des üblichen Tourismus beschloss unsere Exkursion durch die südschwäbische Barocklandschaft. Dieses "Gebetshaus, wie es einst genannt wurde, ist von den gleichen Herrschern erbaut worden, die auch Schloss Meersburg erbauen ließen. Obmann Albert Ruetz sei gedankt für die umfassenden Erklärungen und die Organisation dieser schönen Fahrt entlang des Bodensees, welche er uns auch dichterisch nahebrachte.

 

(Bericht und Fotos Helmut Köck, August 2012) 

 

 



Facebook Twitter Google+