Wandernd Weinkultur entdecken

 

Wer kann ihnen schon widerstehen, den großen violett-blauen Trauben an der Gartenmauer. Schnell werden ein paar Beeren gepflückt, in den Mund gesteckt und für gut befunden.

 

Weinbautradition

“Jetzt habt ihr Glück gehabt, dass Allerheiligen schon vorbei ist, denn Weindiebstahl vor Allerheiligen wird mit dem Abhacken der Hand bestraft – in früheren Zeiten zumindest war das so“, erklärt Elmar Sturn den Weinwanderern der Rheticus Gesellschaft, die sich am 6. November in Röthis auf den Spuren des edlen Getränkes gemacht  hatten.

 

Vereinzelte Rebstöcke in vielen Gärten und an Gartenmauern sowie Flur- und Straßenbezeichnungen zeugen von der Weinbautradition in Röthis, deren erste Erwähnung auf das Jahr 882 zurückgeht. Röthis ist denn auch die einzige Gemeinde Vorarlbergs, in dem Weinbau bis zum heutigen Tag ununterbrochen betrieben wird. Um 1850 wurde in der Vorderlandgemeinde noch auf einer Fläche von 36 Hektar Wein angebaut, heute stehen die Reben nur mehr auf rund zweieinhalb Hektar und doch sind sie prägend für das Ortsbild. “Industrialisierung, billiger Weinimport nach dem Bau der Arlbergbahn, falsche Kellertechnik und Rebkrankheiten sind die Faktoren, die am Niedergang der Weinkultur in Vorarlberg maßgeblichen Anteil hatten”, erklärt Sturn.

 

Qualitätswein

Heute ist der Röthner Wein ein Nischenprodukt, im Anbau steht Qualität vor Quantität. Von der Qualität des Röthner Weins konnten sich die Weinwanderer im Anschluss an den Streifzug durch längst verbaute und noch bestehende Weingärten bei einer Weinverkostung überzeugen und kamen zum Schluss: Der Röthner Wein muss sich vor seinen viel berühmteren Brüdern aus dem Süden und Osten Österreichs nicht verstecken.

 

(Text Marianne Benzer, Fotos Helmut Köck November 2010)

 



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